Wer tanzt am schönsten?

Heute gibt es kein Video mehr. Der Videotanzwettbewerb „Advent“ hat allen Teilnehmern viel Freude bereitet, und ich hoffe, auch die Besucher haben die vielfältigen Darbietungen genossen. Beim BFKM gibt es seit Jahren Wettbewerbe, und alle machen sehr gerne mit. Aber nicht immer muß es das Ziel sein, der oder die Beste von allen zu sein. Es kommt vielmehr auf die Motivation an, mit der man etwas unternimmt, und ob man im Rahmen seiner ganz persönlichen Fähigkeiten sich bemüht hat.
Die nachfolgende Geschichte habe nicht ich mir ausgedacht, sondern es hat sie mir jemand erzählt, der sie wiederum von jemandem gehört hatte. Es geht dort um Gesang, aber man könnte das Geschehen auch auf Tanz übertragen.

Eine gesegnete Weihnachtszeit 2020 wünscht
Korinna Söhn
und Team BFKM

 

Der Gesang der Mönche

Es war einmal irgendwann irgendwo ein Kloster. Dort wohnten lauter alte Mönche, und alle waren sie unmusikalisch.

Eigentlich war das nicht so schlimm, denn wenn in den Messen ihr Gesang etwas schräg und kratzig klang, dann hörte das ja niemand außer den alten Mönchen selbst, und diese merkten es kaum, denn sie waren ja so unmusikalisch. Aber sie wußten es doch. Es war ihnen klar, daß sie alle nicht singen konnten, und es tat ihnen leid, daß sie dadurch Gott nicht in rechter Weise ehren konnten.

Zu Weihnachten wurde ihnen immer besonders schwer ums Herz. Es gibt so viele, wunderschöne Advents- und Weihnachtslieder, aber wenn man nicht singen kann, dann klingen sie alle mehr oder weniger gleich schief.

In ihren Gebeten entschuldigten sich die Mönche bei Gott für ihren mangelhaften Gesang, aber das änderte letztendlich nichts an der Tatsache selbst.

Da geschah es eines Tages just gegen Mittag des 24. Dezembers, daß es an der Tür des Klosters klingelte. Ein junger Mönch stand draußen und begehrte Einlaß. Er erzählte, daß er auf Reisen sei und gerne über Nacht bleiben würde. Am nächsten Morgen würde er dann weiterziehen. Selbstverständlich gewährten ihm die alten Mönche die Bitte.

Als der Abend herannahte und es Zeit für die Andacht wurde, fragten die alten Mönchen den jungen ganz vorsichtig, ob er denn gerne sänge.

"Oh, ja, sehr gerne," antwortete der junge Mönch, und seine Augen strahlten. Es stellte sich heraus, daß der Junge eine wunderschöne, glockenklare Stimme hatte. Begeistert überließen die alten Mönche dem Jungen sämtliche Gesänge an diesem Weihnachtsabend.

Sie überredeten ihn sogar noch, am nächsten Morgen zur großen Weihnachtsmesse zu bleiben. Und wieder durfte der Junge alle Lieder singen, und wieder hörten die Alten begeistert zu.

Dann verabschiedete sich der junge Mönch und setzte seine Reise fort.

Als die alten Mönche am Abend zur Andacht zusammenkamen, begannen sie nur ganz zaghaft und leise mit ihren Gesängen, denn nun klang alles wieder schräg und kratzig.

Während sie anschließend beteten hörten sie plötzlich die Stimme Gottes zu ihnen sprechen: "Wo wart ihr denn? Ich habe gestern und heute in der Früh eure Lobgesänge vermißt," sagte Gott ernst.

"Aber Herrn," antworteten die Mönche verwirrt, wir hatten doch diesen jungen Gast. Er hat so wunderschön gesungen, wie wir es noch niemals an einem Weihnachtsabend gehabt hatten, ja, wie wir es überhaupt noch nie hatte. Was willst Du denn noch mehr?"

"Nein," antwortete Gott, "der Junge hat einzig aus Freude über seine eigene, schöne Stimme gesungen. In euren Stimmen jedoch höre ich den Lobgesang mir zu Ehren und aus euren tiefsten Herzen."

 

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