Goldener Abschluß

Am Samstag war der letzte Tag des DWC in Brage. Da haben die deutschen Teilnehmer nochmals alles gegeben, und das wurde auch entsprechend honoriert. Neben dem klassischen Ballett haben wir in Deutschland eine Reihe von Schulen, die besonders in Nationaltanz ganz ausgezeichnet sind. Bei den kleinen Gruppen der Junioren belegte Kubiz, Worms den 5. Platz und die Schule Immanuel aus Hamburg den 6. Platz. Ebenfalls den 5. Platz schaffte die Tanzschule "Alisa" aus Augsburg in der großen Gruppe der Erwachsenen Nationaltanz. All diese hervorragenden Leistungen wurden aber noch übertroffen von den über 30 Mädchen des Theresia Gerhardinger Gymnasiums in München. Sie zeigten ihr Können im irischen Tanz mit Soft Shoes und Hard Shoes und hervorragenden Rhythmen und choreographischen Bildern und bekamen dafür Silber. Lediglich ein Fandango aus Spanien war noch ein bißchen besser. Hinter ihnen lag die Schule Annarella aus Portugal auf dem 3. Platz. Das will schon etwas heißen, super!

Noch ein bißchen besser war DanceEmotion aus Freiburg in der Klasse der Erwachsenen, kleine Gruppe Showtanz. Dort holten sie mit "Okay" verdient die Goldmedaille.

Wenn man die Siegerliste für Deutschland ansieht, muß man feststellen, daß wir sehr viele, ganz ausgezeichnete Schulen, Gruppen und Vereine habe. Da gibt es Spezialisten für Ballett, für Nationaltanz, für die modernen Stilrichtungen, für Hip Hop, für Akrobatik und für Gesang und Tanz, und überall haben die Kinder und Jugendlichen hervorragende Leistungen gezeigt. Auf unseren Nachwuchs dürfen wir stolz sein.

Auch das Miteinander klappte hervorragend. Die Stimmung war gut und kameradschaftlich, und wenn eine deutsche Schule gut abgeschnitte hat, haben sich alle Deutschen mit ihr gefreut. Lediglich den Gesang der Nationalhymne müssen wir noch ein bißchen üben. Da ist Portugal einsame Spitze.

Wenn ich ganz subjektiv auf die vergangene Woche zurückblicke, so finde ich die Schule Annarella aus Portugal die beste. Zum einen ist m.E. das klassische Ballett die Königsdisziplin. Diese Schule hat aber nicht nur hervorragend ausgebildete Mädchen uns sehr viele Jungen, auch ihre Choreographien sind Weltspitze, witzig, charmant, kindgerecht und für die Zuschauer reine Freude.

Natürlich gab es dazu eine ganze Reihe sehr guter Mädchen und Jungen aus vielen verschiedenen Ländern, die sehr sauber klassisches Ballett tanzten.

Die für die Bewertung schwierigste Disziplin erscheint mir Nationaltanz zu sein. Über die ganze Welt verteilt gibt es unzählige unterschiedliche Tanzrichtungen, und wohl kaum ein Jurymitglied kennt sich da überall aus. Wenn die Tänze dann noch technisch gut vorgeführt werden, wie es in Braga der Fall war, fällt es sehr schwer zu entscheiden, ob etwa ein walisische Clog Dance mit enorm schnellen, kleinen Schrittchen besser ist oder ein ruhiger, malaisischer Tanz. Eine sehr große Rolle spielt da auch der Ausdruck der jungen Tänzerinnen und Tänzer.

Südafrika hatte besonders viel Erfolg mit Hip Hop und Commercial, das ist einfach deren Stärke und ist zu bewundern. So fragte ich also den südafrikanischen Mannschaftsführer, was der Unterschied der beiden Stilrichtungen sei. Er meinte, Hip Hop sei männlicher und abgehackter in den Bewegungen, während Commercial eher mädchenhafter ist.

Bei Akrobatik habe ich persönlich besonders die choreographischen Bilder bei den großen Gruppen bewundert, wenn z.B. Menschenpyramiden gebaut wurden und kleine Kinder durch die Luft gewirbelt wurden. Davor kann ich mich nur bewundernd verneigen.

Bei den modernen Stilrichtungen hatten offensichtlich einige Schulen noch immer Probleme, ihren Tanz in die richtige Stilrichtung einzusortieren. Immer wieder sah man in den Klassen Showtanz moderne Tänze, die da wirklich fehl am Platz waren, und umgekehrt. Aber vielleicht liegt es auch daran, daß es in unterschiedlichen Ländern eben unterschiedliche Auffassungen gibt.

Alles in allem hatten die Kinder und Jugendlichen riesigen Spaß in Braga. Die Halle war sauber, und die Verpflegung, die dort angeboten wurde, war in Anbetracht der vielen Menschen sehr ordentlich.

Für die Eltern jedoch war der DWC sehr teuer. Geradezu unverschämt wurde es empfunden, daß man seit diesem Jahr für jede Urkunde € 3,- zusätzlich bezahlen mußt. Auch die Galas der Sieger waren vielen Eltern schlichtweg zu teuer. Aber was tut man nicht alles, damit sich die Kinder freuen.

Das Foto zeigt die Buchstaben "FORUM" am Eingang der Halle, an denen die Kinder sehr gerne herumkletterten.

 

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